G-[Ein Biberleben]

Irgendwann in der 6. Klasse im Kurs Kreatives Schreiben entstanden. Der kursiv unterlegte obere Teil war gegeben, wir sollten ein (deprimierendes?) Ende finden...


Es war einmal ein junger Biber, der hieß Al und bewarb sich gemeinsam mit einem älteren Biber namens Arthur um die Gunst eines hübschen Biberweibchens. Die junge Dame wollte von Al nichts wissen, weil er ein Leichtfuß und ein Taugenichts war. Er hatte in seinem Leben noch kein Stückchen Holz genagt, denn er zog es vor, zu essen, zu schlafen, in den Flüssen herumzuschwimmen und "Hasch-mich" mit den Bibermädchen zu spielen. Arthur dagegen, der ältere Biber, hatte seit der Zeit, da er seine ersten Zähne bekam immer nur gearbeitet und nie irgendetwas mit irgendwem gespielt. Als der junge Biber das Biberweibchen bat, ihn zu heiraten, sagte sie, das komme nicht in Frage, es sei denn, er bringe es zu etwas. Sie wies ihn darauf hin, dass Arthur schon zweiunddreißig Dämme gebaut habe und zur Zeit an drei weiteren  arbeite, während er, Al, bisher noch nicht einmal an ein Brotbrett oder ein Nudelholz herangegangen sei. Al war sehr traurig, erklärte aber, er denke nicht daran zu arbeiten, nur weil eine Frau es von ihm verlange. Als sie ihm daraufhin ihre schwesterliche Liebe anbot, erwiederte er, dass er bereits siebzehn Schwestern habe, deren Liebe ihm vollauf genüge. So nahm er denn sein gewohntes Leben wieder auf: Er aß, schlief, schwamm in den Flüssen herum und spielte mit den Bibermädchen "Ich sehe was, was du nicht siehst". Das Biberweibchen...

... jedoch heiratete den Biber Arthur und zog mit ihm in einen seiner Dämme mit Panoramablick auf einen wundervollen See. Nachdem Al die Nachricht von ihrer Heirat erreicht hatte, beschloss er aus dem Biberdorf fortzugehen und durchschwamm fortan die Flüsse und Seen der Welt, bis er eines Tages ein seltsames Rauschen vernahm. Es war unsteht, mal laut, mal leise, doch immer da, immer in seinen Ohren. Neugierig geworden folgte er dem Geräusch. Bald hatte er den Rand des größten Gewässers erreicht, dass er je gesehen hatte. Von dem Flussufer, an dem er sich befand, konnte er erkennen, dass dessen Enden in gurgelnd an den Strand brandeten. Nachdenklich musterte er den dunklen, riesigen Teich. "Sicher werde ich an seinem Ende mein Glück finden", dachte er und machte sich auf den Weg.
Doch so sehr er auch suchte, nirgends fand er das Ende und somit sein Glück. Schließlich, nach endloser Zeit, wie es ihm vorkam, ließ er sich erschöpft auf dem Wasser treiben. "Vielleicht soll ich es gar nicht finden. Vielleicht hätte ich es bekommen, wenn ich dem Biberweibchen entgegengekommen wäre un dihr etwas geboten hätte. Vielleicht...", dachte er traurig, bevor er in seinen letzten sanften Schlaf glitt...

 

10.6.07 12:27
 


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